Wir sind Kolleg:innen, die sich gewerkschaftlich organisieren und betrieblich engagieren â fĂŒr gute Arbeit, faire Arbeitsbedingungen und echte Mitbestimmung. Wir glauben: Nur wenn wir gemeinsam aktiv sind, können wir unser Arbeitsumfeld so gestalten, dass es fĂŒr uns alle gut passt.
Unsere Kollegin Isa ordnet die aktuelle Diskussion um Transformation of Industry ein. FĂŒr uns bleibt klar: TI und Siemens Energy gehören zusammen. Gerade jetzt braucht es Information, Diskussion und eine sichtbare Interessenvertretung.
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Ausgerechnet die Geschichte von Siemens Energy liefert derzeit ein starkes Argument dafĂŒr, bei der Zukunft von Transformation of Industry (TI) sehr genau hinzusehen.
Ein aktueller Beitrag von finanzen.net greift deutliche Kritik des Siemens-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Tobias BĂ€umler an den frĂŒheren Abspaltungen unter Joe Kaeser auf. BĂ€umler bewertet insbesondere die Trennung von Siemens Energy rĂŒckblickend als strategischen Fehler: Die ausgegliederten Unternehmen hĂ€tten sich stark entwickelt â und diese Wertentwicklung fehle heute im Siemens-Konzern.
TI ist kein beliebiger Randbereich. Transformation of Industry steht fĂŒr Dekarbonisierung, Elektrifizierung, Wasserstoff, Kompressoren, Dampfturbinen und die Transformation energieintensiver Industrien â also fĂŒr Technologien, die mitten in den Herausforderungen der Energiewende liegen.
Wer heute argumentiert, TI passe möglicherweise nicht mehr zum zukĂŒnftigen Portfolio von Siemens Energy, muss deshalb eine sehr einfache Frage beantworten:
Besonders interessant ist ein weiterer Punkt des finanzen.net-Berichts: BĂ€umler begrĂŒĂt beim heutigen Siemens-Kurs ausdrĂŒcklich die Abkehr von rein finanzgetriebenen PortfolioverkĂ€ufen hin zu technologischem Substanzaufbau. Genau diese Debatte brauchen wir auch bei Siemens Energy.
Eine starke Strategie besteht nicht darin, ein Unternehmen immer weiter zu zerlegen. Sie besteht darin, technologische StĂ€rken zu verbinden, Synergien zu nutzen und ZukunftsmĂ€rkte gemeinsam zu erschlieĂen.
Wenn selbst der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der ehemaligen Muttergesellschaft frĂŒhere Abspaltungen heute öffentlich als Fehler bezeichnet, erwarten wir umso mehr, dass die Arbeitnehmervertreter bei Siemens Energy die aktuellen TI-PlĂ€ne kritisch prĂŒfen, Transparenz einfordern und sich frĂŒhzeitig und sichtbar in die Debatte einmischen.
Abwarten, bis Entscheidungen praktisch gefallen sind, wĂ€re keine Interessenvertretung. Gerade jetzt braucht es eine starke Stimme der BeschĂ€ftigten â im Betriebsrat und im Aufsichtsrat.
Unsere Position bleibt deshalb unverĂ€ndert: TI UND SE GEHĂREN ZUSAMMEN.
Wir wollen keine Wiederholung alter Fehler unter neuem Namen.
Zum Artikel auf finanzen.net âDie Diskussion ĂŒber die Zukunft von Transformation of Industry (TI) erreicht jetzt auch die regionale Ăffentlichkeit.
Die NĂŒrnberger Nachrichten berichten heute ausfĂŒhrlich ĂŒber die PlĂ€ne und GerĂŒchte rund um eine mögliche Abspaltung von Transformation of Industry. Und vor allem wird sichtbar, was wir seit Wochen aus der Belegschaft hören: Die Verunsicherung wĂ€chst â und mit ihr der Widerstand gegen diese PlĂ€ne.
Der von uns hier nur auszugsweise wiedergegebene Pressebericht greift zugleich ein weiteres Problem auf: BeschÀftigte beklagen fehlende GesprÀchsangebote, mangelnde Information und eine Betriebsratsarbeit, die angesichts der Tragweite dieser Entwicklung kaum wahrnehmbar ist.
FĂŒr uns ist es völlig unverstĂ€ndlich, dass ausgerechnet in einer Situation, in der möglicherweise die Zukunft eines wesentlichen GeschĂ€ftsbereichs und damit die Perspektive Tausender Kolleginnen und Kollegen zur Diskussion steht, vom Vorsitzenden des Erlanger Betriebsrats öffentlich kaum etwas zu hören ist.
Gerade jetzt wĂ€ren Information, Kommunikation, Diskussion mit der Belegschaft und eine unmissverstĂ€ndliche Interessenvertretung erforderlich. Wer in einer solchen Situation schweigt oder abwartet, ĂŒberlĂ€sst anderen das Feld.
Wir erwarten deshalb insbesondere auch von den Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat, dass sie ihrer besonderen Verantwortung gerecht werden und die Interessen der BeschÀftigten mit aller Konsequenz vertreten.
Unsere Position bleibt eindeutig: TI UND SE GEHĂREN ZUSAMMEN.
Eine Abspaltung von Transformation of Industry wĂ€re aus unserer Sicht nicht nur ein schwerwiegender Eingriff in die Struktur von Siemens Energy. Wir halten sie strategisch fĂŒr falsch und fĂŒr eine potenzielle GefĂ€hrdung der langfristigen ZukunftsfĂ€higkeit des gesamten Unternehmens.
Denn TI steht mit seinen Technologien genau fĂŒr jene industrielle Transformation, die Siemens Energy selbst immer wieder als einen Kern der Energiewende beschreibt: Dekarbonisierung, Elektrifizierung, Wasserstofftechnologien und die Transformation energieintensiver Industrien.
Umso widersprĂŒchlicher erscheinen die aktuellen Ăberlegungen vor dem Hintergrund der gemeinsam mit der IG Metall vereinbarten Zukunftsvereinbarung 2030. Dort wurde TI gerade als wichtiger Bestandteil der zukĂŒnftigen Aufstellung von Siemens Energy und zur BewĂ€ltigung der Herausforderungen der Energiewende eingeordnet.
Darauf erwarten die BeschĂ€ftigten eine nachvollziehbare Antwort â und keine wechselnden BegrĂŒndungen dafĂŒr, warum ein gestern noch strategisch wichtiger GeschĂ€ftsbereich heute plötzlich nicht mehr zu Siemens Energy gehören soll.
Wir werden dieses Vorhaben weiterhin kritisch begleiten, informieren, nachfragen und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen fĂŒr den Erhalt eines starken, integrierten Siemens-Energy-Konzerns eintreten.
Transparenz statt GerĂŒchten. Dialog statt Schweigen. Interessenvertretung statt Abwarten.
Skepsis? Das ist noch freundlich formuliert.
Aus verschiedenen Quellen verdichten sich die Hinweise, dass die PlĂ€ne zur Abspaltung von Transformation of Industry (TI) im Aufsichtsrat offenbar keineswegs auf ungeteilte Zustimmung stoĂen. Das ĂŒberrascht uns nicht.
Uns irritiert allerdings die BegrĂŒndung, mit der eine solche Abspaltung intern offenbar beworben wird: Ausgerechnet die Entstehung von Siemens Energy soll als Beispiel fĂŒr eine âgelungene Abspaltungâ dienen.
Ernsthaft?
Nach der Abspaltung folgten Jahre mit massiven Problemen. Milliardenbelastungen, die Gamesa-Krise, staatliche Garantien und ein dramatischer Vertrauensverlust an den KapitalmÀrkten prÀgten das Unternehmen.
Dass Siemens Energy heute wirtschaftlich deutlich besser dasteht, ist vor allem einer auĂergewöhnlich starken Marktnachfrage â insbesondere im GasturbinengeschĂ€ft â zu verdanken. Dies allein als Beleg fĂŒr die Richtigkeit frĂŒherer strategischer Entscheidungen zu werten, halten wir fĂŒr eine sehr gewagte Interpretation.
Noch erstaunlicher finden wir eine andere Frage:
Wie kann ausgerechnet der GeschĂ€ftsbereich TI heute plötzlich ânicht mehr zum Portfolio passenâ, obwohl dieselbe UnternehmensfĂŒhrung vor wenigen Jahren gemeinsam mit der IG Metall in der Zukunftsvereinbarung das genaue Gegenteil beschrieben hat? Damals wurde TI ausdrĂŒcklich als wesentlicher Bestandteil der Zukunft von Siemens Energy dargestellt.
Was hat sich seitdem grundlegend geÀndert?
Diese Antwort bleiben Vorstand und Aufsichtsrat den BeschÀftigten bislang schuldig.
FĂŒr uns bleibt deshalb klar:
Transformation of Industry ist kein Ballast. TI ist ein technologischer Kernbereich, der weltweit fĂŒr Dekarbonisierung, Elektrifizierung und industrielle Transformation steht â genau fĂŒr die Themen also, mit denen Siemens Energy seine Zukunft sichern will.
Gerade deshalb werden wir eine Abspaltung nicht widerspruchslos hinnehmen.
Wir erwarten Transparenz statt Schlagworte, nachvollziehbare Strategien statt wechselnder BegrĂŒndungen und einen offenen Dialog mit den BeschĂ€ftigten.
Denn ĂŒber die Zukunft tausender Kolleginnen und Kollegen darf nicht mit PrĂ€sentationsfolien entschieden werden.
Gemeinsam AKTIV! wird diese Entwicklung weiterhin kritisch begleiten â und unseren Widerstand deutlich zum Ausdruck bringen.